Ich bin Sandra Schindler und mein Herz schlägt für Kinderbücher. Angefangen habe ich mit solchen für ganz Kleine, gerade arbeite ich eher an Büchern für ältere Kinder. Ich kenne das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Wichtig ist für mich, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn ich eine Deadline habe, arbeite ich mit dem Klassiker: Ich rechne runter, wie viele Seiten ich am Tag schreiben muss, um rechtzeitig fertig zu werden.

Besser arbeite ich aber, wenn ich keinen Zeitdruck habe. Ich achte darauf, ob ich mich kreativ fühle oder nicht. Manchmal fühle ich mich zwar kreativ genug, einen Artikel für die Öffentlichkeit zu schreiben, nicht aber, um an einem Buch weiterzuarbeiten. Das ist okay für mich, denn wichtig ist: Ich bin am Ball geblieben, ich habe etwas geschrieben.
Wenn ich richtig im Flow bin, schreibe ich oft mehr, als ich mir vorgenommen habe. Dann kann ich es mir gönnen, ein paar Tage später eine Schreibpause einzulegen.

Pausen sind ohnehin sehr wichtig Klick um zu Tweeten

Manchmal fühlt man sich schrecklich uninspiriert. Würde ich in so einer Phase schreiben, würde Murks dabei rauskommen. Daher arbeite ich in dem Fall auf eine andere Weise: Ich lese Bücher. Und bin tatsächlich so frech, das als Arbeit zu verbuchen!

Meist dauert es nicht lange, bis mich das jeweilige Buch dann animiert, die Finger wieder selbst auf der Tastatur tanzen zu lassen. Und funktioniert das nicht, dann ist die Natur mein Allheilmittel: Beim täglichen Mittagsspaziergang mit meinem Hund lasse ich meinen Gedanken freien Lauf – meist kommen mir dabei Ideen für neue Geschichten.

Wichtig ist auf jeden Fall, dran zu bleiben, das Kreativzentrum im Hirn aktiv zu halten – und immer die Möglichkeit zu haben, sich Ideen aufzuschreiben.

Bin ich ohne Computer im Urlaub, muss mein Handy mit der Sprachaufnahmefunktion herhalten see this site. Habe ich das Gefühl, da ist eine Idee, die ganz dringend niedergeschrieben werden muss, dann mache ich das, selbst wenn ich weiß, dass ich gleich Besuch bekomme und eigentlich die Wohnung noch mal geputzt werden und das Essen vorbereitet werden müsste. In solchen Fällen geht mein Beruf vor.

Egal, an was ich arbeite, ich konsultiere immer meine innere Stimme. Einmal habe ich an einem Kinderkrimi geschrieben und hatte keine Ahnung, wie ich das Ende gestalten sollte. Ich steckte in einer Sackgasse. In dem Moment drängelte sich der Anfang eines neuen Buchs vor. Also gab ich dem Impuls nach, schrieb erst mal 40 Seiten an meinem neuen Buch und stellte das Projekt meiner Schreibgruppe vor (Schreibgruppen sind übrigens auch ein super Mittel, um dabei zu bleiben und vor allem, um besser zu werden). Über das Feedback war ich sehr glücklich und hätte am liebsten sofort weitergeschrieben, aber da sagte meine innere Stimme: Stopp! Jetzt erst mal zurück zum alten Projekt. Also hab ich da noch mal die ersten 100 Seiten gelesen, mich wieder in diese Welt eingedacht – und siehe da: Noch im Lesen kam die Erleuchtung. Ich wusste, wie mein Buch ausgehen würde – und schrieb die letzten Seiten in Rekordgeschwindigkeit.

Ich habe auch manchmal längere Phasen, in denen ich nicht an einem neuen Buch arbeite, vor allem dann, wenn ich alte Bücher zu überarbeiten habe oder wenn ich Marketing mache. Das ist dann aber in Ordnung für mich, denn in dem Moment tu ich trotzdem etwas für meine Karriere.

 

Wenig Zeit ist sowieso relativ. Zeit ist heutzutage immer knapp.

Wenig Zeit ist sowieso relativ. Zeit ist heutzutage immer knapp. Klick um zu Tweeten

Solange ich weiß, wo ich hinwill, macht das nichts. Und schon allein weil ich mein Ziel erreichen will, hat mein Schreiben eine besondere Wertigkeit. Und wenn etwas für mich wertvoll ist, entspricht es meiner Einstellung, ihm dafür auch einen zeitlichen Raum zu geben.

Für mich war die wichtigste Erkenntnis der letzten Monate, dass mich eigentlich niemand zur Eile anhält – außer mir selbst. Also habe ich aufgehört, mich selbst zu bedrängen, denn unter Zwang funktioniert gar nichts. Es gibt ein altes, buddhistisches Sprichwort: „Wenn du es eilig hast, gehe einen Umweg.“ Auch Umwege führen an den Ort, zu dem man unterwegs ist. Sie mögen zwar länger dauern, aber die Person, die ankommt, ist am Ende entspannter. Daher: Hab Geduld. Mit anderen, aber vor allem mit dir selbst.

Viel Erfolg mit deinem Schreibprojekt wünscht Kinderbuchautorin Sandra Schindler
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