Wenn Du Dir und Deinem Buch einen großen Gefallen tun möchtest, dann stecke den Rahmen vorher genau ab. Setze Dir Limits und halte sie ein! Wenn wir mit unserem Buch beginnen, planen wir es mit viel Mühe und klarem Verstand. Wir machen es spezifisch und haben eine genau Vorstellung davon was in dieses Buch soll. Wir sind punktgenau mit allen Inhalten und fokussieren uns auf ein Problem, das wir für unsere Leser lösen möchten. Wunderbar!

Dann beginnen wir zu schreiben und je länger wir an diesem Buch sitzen und es damit natürlich auch gedanklich mit uns herumtragen, umso mehr sehen wir, was zusätzlich passen könnte. Wir denken darüber nach. Wir erleben etwas, was uns an der einen oder anderen Aussage zweifeln lässt. Ein ganz anderes Buch oder ein Blogartikel zeigt uns auf einmal eine andere Sicht- oder Herangehensweise. Vielleicht lesen wir auch unseren eigenen Text und fragen uns, reicht das aus? Wird es damit wirklich klar? Stimmt das wirklich alles, was ich da behaupte? Berührt mein Text die Leser? Löst er ihr Problem tatsächlich?

Und eher man sich versieht wird aus dem kleinen und schlanken Buch wieder ein großes Monster.
Das Fatale daran ist, dass wir uns jetzt bereits Mitten im Schreiben befinden und damit auch keinen Abstand mehr haben, um unsere Gedanken, Zweifel und Ideen objektiv zu bewerten.

Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr oder eher gesagt den Wert unseres Inhalts vor lauter Worten nicht mehr. Und jetzt? Nichts ist mehr konkret alles verschwimmt vor den eigenen Augen und leider auch dem eigenen Verstand. Das ist gefährlich, denn in vielen Fällen ist es leider das AUS für das Buchprojekt! Einmal vom Weg abgekommen ist es oft sehr schwer, sich selbst wieder zu orientieren und auf Kurs zu bringen.

Ich weiß, Umwege bieten auch viele Chancen und wichtige Eindrücke, aber diese helfen Dir nur, wenn Du auch wieder auf den Weg zurück kommst und Dein Ziel vor Augen nicht verlierst! Aber wie kann das funktionieren?

 

Setze Dir Limits!

Ich mag das Wort Grenzen nicht so sehr. Deshalb habe ich mich für Limits entschieden. Grenzen bedeuten für mich Einschränkung und Enge. Ein Limit ist eher ein Ziel. Du kannst mit voller Kraft darauf zusteuern und wenn Du es erreichst, dann bremst Du ab, Du korrigierst, Du lenkst in die andere Richtung. Bei einem Limit gibt es keinen Frontalaufprall, allerhöchstens ein Knöllchen, wenn man Dich dabei erwischt, wie Du es überschreitest. Ein Limit korrigierst Du beim Fahren oder Schreiben. Du musst dafür nicht stehen bleiben.

 

Wie funktionieren Limits beim Bücherschreiben?

Es gibt zwei Arten von hilfreichen Limits, die Dir das Schreiben Deines Buches deutlich erleichtern werden!

 

1. Inhaltliche Limits

Das Festlegen von inhaltlichen Zielen umreißt auf einfache Art und Weise, wie viel Du schreiben wirst. Du kennst es bereits von Blogartikeln:

  • Die sieben häufigsten Fehler …
  • Die drei besten Wege …
  • Die zweiundzwanzig Tipps …
  • Die hundert Fragen…

 

Die Zahl legst Du fest. Beliebt sind drei, fünf, sieben und zehn. Aber natürlich spricht auch nichts gegen zweiundreißig oder neunundneunzig.  Für Dich als Autor ist ein inhaltliches Limit das Gerüst. Es ist wie ein Regal und Du weißt, wie viele Fächer Du füllen musst. Und danach bist Du fertig!

Verlasse Dich nicht auf Deinen Verstand und erst recht nicht auf Dein Gefühl. Sie werden immer dafür plädieren, dass es noch etwas mehr sein könnte. Aber wenn Du Dein inhaltliches Limit erreicht hast, dann ist das Regal voll, die Glocke läutet. Das Buch ist fertig! Klar wirst Du es noch einmal überarbeiten und im Zweifelsfall einen Teil ersetzen, weil Dir ein anderer jetzt wichtiger erscheint. Aber das ist im Rahmen. Das ist ein gesunder Umweg, denn es ist absehbar, dass Du zum Ziel kommst und Dich nicht verlierst!

 

2. Zeitliche Limits

Ich weiß, das mag sich absurd anhören, denn Du hast ja sowieso schon zu wenig Zeit für Dein Buch und jetzt sollst Du diese wenige Zeit auch noch einschränken? Ja, so verrückt es sich anhören mag: Setze Dir zeitliche Limits: Vier Monate (was lang ist), sechs Wochen, drei Wochen oder sogar nur ein Wochenende!

Ja, Du hast richtig gelesen, ein Wochenende. Das sind 48 Stunden. Das ist nicht viel? Nein ist es nicht. Aber es ist genug Zeit, um ein Problem für Deine Leser zu lösen, um einen Aspekt zu zeigen, um drei, vier oder fünf Geschichten aufzuschreiben, die Deine Leser inspirieren können.

Für fünfhundert Seiten wird das zwar nicht reichen, aber ich glaube von dieser Art Buch hast Du inzwischen sowieso Abstand genommen.

Setze Dir Zeitlimits! Wie lang sie sind entscheidest Du! Ich sage Dir an dieser Stelle ganz offen, dass ich mir zu viel Zeit für dieses Buch gelassen habe. Als ich anfing hatte ich den klaren Fokus darauf. Die inhaltliche Planung war noch taufrisch und ich habe in kurzer Zeit viele Kapitel geschrieben. Es ging mir federleicht von der Hand.

Ich hatte innerhalb von kurzer Zeit so viele Kapitel, dass ich sie gar nicht alle auf einmal veröffentlichen konnte und wollte. Die Live-Leser sollen ja in kleinen Teilen mitlesen können. Gleich ein halbes Buch zu veröffentlichen ist nicht der Sinn der Sache. Also habe ich die Kapitel aufgeteilt und war froh, so gut vorproduziert zu haben – ein beruhigendes Gefühl. Es war nur leider so beruhigend, dass ich meine eigene Regel nicht mehr eingehalten habe – Du erinnerst Dich: Jeden Tag schreiben für 15 Minuten. Es war ja noch genug auf Warteposition.

Die große Gefahr dabei ist, dass man leider sehr schnell aus dem Flow kommt, gerade, wenn man ein turbulentes Leben führt und so viel unter den berühmten Hut bringen muss.

Mit einem zeitlichen Limit bleibt man leichter am Ball, schreibt einfach weiter. Man wird viel effektiver und bleibt auf Kurs. Es ist leichter, sich und seiner Buchplanung treu zu bleiben und das Buch fertig zu bekommen.