Wie klar bist Du Dir über Dein Buch?

Nachdem ich diese Woche einige Message Break Through Sessions hatte, das heißt, Gespräche oder Probecoachings ist es mir selbst noch einmal so klar geworden wie nie zuvor – je größer die Klarheit über das eigene Buch ist, desto leichter wird es und desto einfach wird es auch, das Buch in die Zeitplanung einzufügen oder es entsprechend anzupassen.

Ohne natürlich ganz vertrauliche Details aus den Gesprächen zu nennen möchte ich hier ein paar Beispiele nennen.

Buchidee Nummer eins: “Ich möchte schon so lange ein Buch schreiben und zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen und Welten zusammenbringen – zum einen das, was ich tatsächlich studiert habe und zum anderen die praktische Seite von dem, was ich gerade tue.
Das Buch ist durch diese Kombination einzigartig! Und ich will es unbedingt schreiben, aber irgendwie klappt es nicht. Ich finde den Anfang nicht und irgendwie gibt es immer etwas, was wichtiger ist und so liegt das Buchprojekt jetzt schon seit ein paar Jahren brach. Was soll ich tun?” Ok,

Rahmenbedingungen des Buches, über die Du Dir wirklich und damit meine ich wirklich klar sein solltest, bevor Du beginnst:

1. Warum willst Du dieses Buch schreiben? Was ist das Ziel, das Du damit verfolgst?

Wahrscheinlich hast Du diese Frage schon öfter von mir gehört. Aber ich frage sie wieder. Ist das Buch für Dich die Erfüllung eines Kindheitstraums, möchtest Du Deine Sicht der Dinge in einem Buch verbreiten, um Dir damit einen Namen zu machen oder möchtest Du Leser und Kunden gewinnen? Möchtest Du damit Geld verdienen?
Die Bandbreite an Zielen ist groß, alles ist erlaubt. Erfahrungsgemäß und verständlicherweise hat jedes Buchvorhaben das Ziel, mehr Leser und Kunden zu gewinnen und natürlich spielt auch die finanzielle Seite mit hinein. Damit kommen wir direkt zur nächsten wichtigen Frage:

2. Woher soll das Geld kommen?

Ja klar, aus den Buchverkäufen denkst Du Dir. Ja, das ist ein Weg, um mit Büchern Geld zu verdienen, aber ist das wirklich der einzige Weg? Schauen wir uns dazu die Mathematik dahinter an. Keine Sorge, sie ist ziemlich simpel.
Nehmen wir an, Du verlangst für Dein Buch 9,99 EUR um einfach mal einen guten Wert aus der Mitte zu nehmen. Dann nimmst Du mit hundert zahlenden Lesern, mit hundert 999 EUR ein, davon gehen dann noch ein paar Anteile ab je nachdem über wen und wie Du das Buch verkaufst. Aber bleiben wir der Einfachheit halber bei den vollen 999,- EUR.
Das ist auf den ersten Blick vielleicht ein netter Betrag, vor allem wenn man davon ausgeht, dass man mehr als hundert zahlende Menschen damit erreicht, aber wenn Du die ganze Arbeit gegenrechnest, die Du mit diesem Buch hattest, hinzu kommen Ausgaben, die Du im Rahmen der Bucherstellung hattest und zusätzlich hast Du auch noch Gas gegeben, um diese hundert Leser auf Dein Buch aufmerksam zu machen! Wenn Du alles zusammen nimmst, dann verfliegt der Zauber ziemlich schnell.
Das ganze Modell wird wesentlich interessanter, wenn dieses Buch dazu da ist, dass es Leser gewinnt und sie zu Interessenten für Deine weiterführenden Produkte oder Dienstleistungen macht oder wenn Du bei dem einen Buch noch lange nicht aufhörst und schreibst und schreibst und viele weitere Bücher rausbringst und Du ein ganzes Bücherregal, ein ganzes Sortiment anbietest, was man bei Dir kaufen kann.

Welches Modell für Dich passt, kann ich Dir nicht sagen. Wichtig ist, dass Du Dir vor Anfang an klar bist, wo Du Dein Buch ansetzt und welche Rolle es in Deinem Leben und/ oder Deinem Unternehmen einnimmt. Damit kommen wir zur dritten wichtigen Frage:

3. Für welches Produkt oder welche Deiner Dienstleistungen möchtest Du mit Deinem Buch mehr Leser und Kunden gewinnen? Oder welches Buch folgt, um die gewonnen Leser auch als Kunden zu behalten?

Wenn Du jetzt spontan denkst – für alles was ich bieten kann, dann schüttel ich mit dem Kopf. Nein, mach es Dir klarer, für welches Produkt, für welchen Kurs, welche Beratung willst Du mehr Kunden gewinnen? Ist es Dein Coachingprogramm? Ist es ein Selbstlernkurs? Ist es Dein Vortrag?

Das macht einen gewaltigen Unterschied. Hast Du es vor Augen? Wunderbar, dann schau Dir aus dieser Perspektive Dein Buchprojekt an. Führt es Deine Leser auch dorthin, wo Du sie haben möchtest? Wenn nicht, dann ändere Deine Buchidee ab, mach sie spezifischer, mach sie kleiner, mach sie klarer. Und plötzlich bekommt der Traum vom eigenen Buch eine ganz andere Richtung und vor allem bekommt es einen soliden Stand. Und wenn Du das weißt, dann machst Du Dir Gedanken über den Umfang des Buches.

4. Welchen Umfang planst Du?

Mit dieser Klarheit vor Augen lässt sich auch der Umfang Deines Buches auf einmal ganz anders planen. Entweder ist das Thema so spezifisch geworden, dass es von sich aus schon kleiner geworden ist oder das Buch hat auf einmal eine ganz neue Aufgabe bekommen – es ist z.B. der Türöffner für Dein Coachingprogramm. Es geht nicht mehr darum allgemein mehr Kunden zu gewinnen. Nein, es ist dafür, dass Du Dein Programm verkaufst. Und plötzlich wird aus dem allgemeinen Traumprojekt Buch für das mein keine Zeit hat, die absoult sinnvolle, richtige und wichtige Maßnahme.

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