Ich bin SAM. Das ist nicht mal ein wirkliches Pseudonym. Es sind die Anfangsbuchstaben meiner Namen: Simone Anja Melzer und ich find SAM macht sich als „Pseudonym“ einfach gut. Entstanden ist es anlässlich der Veröffentlichung meines ersten Buches.

Mein Erstling ist im Bereich Ratgeber/Erfahrungsbericht erschienen- im Selfpublishing-aus Überzeugung! Ich habe dieses Buch relativ schnell geschrieben. Rückblickend wundere ich mich noch selbst darüber wie schnell die Erstfassung fertig gewesen ist.

Heute arbeite ich an meinem ersten Roman. Irgendwie schreibt sich das nun nicht mehr wie im Rausch einfach runter. Mir scheint der Tag mit 24 ganzen Stunden nicht mehr lang genug, um das Projekt voranzutreiben.  Das macht mich unzufrieden, ja manchmal sogar verzweifelt. Auf der Suche nach dem „Warum ist das so“ treibt mich deshalb auch immer wieder die Frage um:

Ist „keine Zeit“ wirklich ein Grund, nicht zu schreiben…?

Ich sitz unter der Dachschräge in meinem Schlafzimmer an meinem Eckschreibtisch und blinzel in die Sonne. Es war eine lange und anstrengende Nacht. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, an diesem Wochenende NUR Dinge zu tun, die mir Spaß machen, mir wirklich Zeit für MICH zu nehmen.Tja.  Heut ist Sonntag. Ich hätte die Zeit also auch die Zeit zu schreiben. Aber ich tu es nicht.

Dabei ist es dringend nötig! Ich habe schon 14 Tage nicht ein einziges Wort an meinem Roman geschrieben. Familiäre Verpflichtungen forderten mich sehr heraus und drohten mir mein Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Aber ist das wirklich so? Was wär denn, wenn ich einfach geschrieben hätte? Was wäre, schlimmstenfalls, passiert, wenn ich mich nicht um meine an Alzheimer erkrankte Tante und die Aufnahme in ein Pflegeheim gekümmert hätte…? Wäre die Welt untergegangen? Wäre jemand gestorben?

Nein. Sicher nicht. Aber  hätte ich geschrieben und wirklich gute Worte kreiert, wenn ich mit den Gedanken bei meiner Tante und meinem Onkel gewesen wäre?

Nein – ich bin mir sicher, ich hätte nur Schrott abgeliefert und wär mit mir und meiner Leistung unzufrieden und in der Folge an mir zweifelnd gewesen.

Schau ich mir doch mal meinen „normalen“ Alltag an. Was hält mich ab zu schreiben?

Was ist der alltägliche Grund „keine Zeit zum Schreiben“ zu haben?

Kinder in die Schulen verteilen, Spülmaschine aus- und wieder einräumen, Wäsche, Steuererklärung, Termin zum Reifenwechsel – aber hab ich wirklich keine Zeit zum Schreiben?

Es ist doch schlicht so, dass diese Dinge ganz bestimmt auf mich oder jeden anderen der sich zur Erledigung berufen fühlt, warten.

So betrachtet, hab ich doch im Grunde IMMER Zeit zum Schreiben, wenn mir das Schreiben wichtig genug ist, andere Dinge bleiben zu lassen. Oder anders herum: Wenn mir andere Dinge wichtiger sind, ganz wertfrei gesprochen, dann hab ich eben wirklich „keine Zeit zum Schreiben“.

Alles also eine Frage der persönlichen Priorität und ja auch der Selbstfürsorge.

Alles also eine Frage der persönlichen Priorität und ja auch der Selbstfürsorge. Klick um zu Tweeten

Für mich ganz wichtig ist ein aufgeräumter Arbeitsschreibtisch. Ich habe, Gott sei´s getrommelt, einen zum Arbeiten und einen für alles andere. Der eine steht im Schlafzimmer und an dem sitze ich wie oben erwähnt gerade und der andere im Wohnzimmer. Beim Arbeitsschreiben, und dass ist absolut liebevoll gemeint, denn ich liebe das Schreiben, möchte ich Ruhe und Abgeschiedenheit und ja an dieser Stelle muss auch eine gewisse Ordnung im Sinne von Übersichtlichkeit und Klarheit herrschen (man gut, dass ich mit dem Rücken zum Bett und der Wäsche sitze :-9 )  Beim Papierkram sortieren, Steuererklärung abfassen und private Post erledigen hab ich gern ein Hörbuch oder eine Lieblings-DVD an, deshalb steht dieser Schreibtisch im Wohnzimmer. Zeit zum Schreiben ist also auch eine Frage von (Selbst-) Organisation.

Letztendlich bleibt für mich das Fazit: Ich habe Zeit zum Schreiben-wenn ich sie mir nehme und mir selbst damit zeige, dass das Schreiben jetzt das aller Beste für mich ist. Aus diesem Blickwinkel ist dann Schreiben gleich auch Selbstfürsorge und gelebte Selbstliebe. In dem Moment, wo ich das Schreiben als lästige Pflicht spüre, hab ich eben keine Zeit dafür. Und wer hat denn gesagt, dass man 8 Stunden am Stück schreiben MUSS. Mir selbst so eine Auflage zu erteilen grenzt ja schon Prokrastination und ist ganz bestimmt die Kreativität betreffend kontraproduktiv! Kreativität braucht auch Freiheit.

Für mich bedeutet das: Ich erlaube mir meine Priorität jeden Tag neu zu definieren, dann hab ich auch Zeit fürs Schreiben!

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Simone Anja Melzer
Schriftstellerin, Bloggerin, Künstlerin und Lebensqualitätsmanagerin

Webseiten: www.sam-schreibt-buecher.dewww.sam-kreativ-leben.de
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