Meine erste Frage an Dich: “Wie klein kann und darf Dein Buch werden?”

Ich weiß, bisher hast Du Dich gefragt, wieviele Seiten Du schreiben musst, damit Dein Vorhaben ein Buch wird. Du hast Mengen an Text,  Kapiteln, Wörtern und Zeichen vor Dir gesehen und geplant. Sie sind einer der Gründe, warum Du zum Schluss gekommen bist, dass Du für Dein Buch sowieso keine Zeit hast.

Meine Erfahrung ist, wenn angehende Autoren über den minimalen Buchumfang nachdenken, dann drehen sich die Gedanken daraum: Wie wenig darf es von viel sein?  Jetzt drehen wir das um.

Was ist ein Kaffee? Ist es ein Latte Macchiato oder ein Espresso?
Was ist Rock? Ein langes bis zum Boden reichendes und wallendes Kleidungsstück oder etwas Kurzes, was schon weit oben am Oberschenkel aufhört?
Was ist ein gutes Essen? Ist es das drei Gänge Menue oder ein belegtes Brötchen?

Es kommt immer darauf an – auf die Situation und was wir wollen. Klein heißt nicht schlechter. Klein heißt lediglich anders.
Groß oder klein, beides hat seine Vorteile und was passend ist, hängt vor allem von der Situation ab. Wer beim Italiener bereits eine Pizza mit Salat hatte, der wird lieber einen Espresso zum Abschluss des Essens nehmen, als einen Latte Machiatto, der so viel Milch erhält, dass er für sich alleine schon satt macht. Wer es eilig hat und unterwegs ist, der wird eher zu einem belegten Brötchen greifen als zum drei Gänge Menue.

Klein hat viele Vorteile und wir entscheiden uns viel häufiger für die kleine Variante, als uns bewusst ist.
Das ist bei einem Buch nicht anders. Nur gibt es bisher bei Büchern längst nicht so viele kleine Alternativen.
Genau das ist Deine Chance als “Keine Zeit Autor oder Autorin” free project manager. Biete Deinen Lesern die kurze Variante – den Espresso, den Minirock oder das belegte Brötchen.

Was sind die Vorteile eines kleinen und kurzen Buches?

Ungeschlagen ist die kurze Lesedauer für Deinen Leser? Ich darf Dich noch einmal daran erinnern. Nicht nur Du hast keine Zeit, das Buch zu schreiben, auch Dein Leser hat keine Zeit, es zu lesen. Ein Buch mit einer Lesedauer von 30 Minuten ist genau das, was einem weiterhilft, wenn man sich schnell in ein neues Thema einlesen will. Ein Kapitel, das maximal zwei Seiten lang ist, liest man ohne Probleme jeden Abend vorm Schlafen, wenn es hingegen zwanzig sind, dann wird es schon schwerer.

Die Wahrheit ist, dass die meisten Bücher nicht zu Ende gelesen werden. Das weiß man seitdem es eBooks gibt und der Lesefortschritt erfasst werden kann. Vielleicht kennst Du es sogar von Dir selbst. Wieviele Bücher hast Du im Regal, auf Deinem eReader oder dem SmartPhone? Und wieviele hast Du davon von der ersten bis zur letzten Seite gelesen?

Warum ist es so?

Die Antwort ist einfach: Überlege, wie es bei Dir ist, wenn Du ein Buch liest und dafür nicht im ungestörten SPA liegst und die Zeit still steht. Du fängst gerade an zu lesen, da klingelt Dein Telefon. Nach Deinem Gespräch schaltest Du wieder ins Buch, denn Du liest es auf Deinem Smart Phone. Schon bimmelt es weiter – Whatsapp, Facebook, Email und … ach ja, da war auch noch die Serie auf Netflix, die Du unbedingt weiterschauen wolltest! Nicht zu vergessen, dass Du noch einkaufen musst und die Präsentation für morgen noch fertig werden muss. Das alles und vielleicht noch ein bisschen mehr ist die tatsächliche Konkurrenz, der Du Dich als Autor mit Deinem Buch stellst. Es sind nicht nur die zwei oder drei anderen Titel, die vielleicht zum gleichen Thema erschienen sind.

Also, arbeite nicht gegen die wenige Zeit, sonder mit ihr.

Schreibe Dein kurzes Buch.

Sei der Autor der seinen Lesern ein exklusives Lesevergnügen bereitet: zwischen Tür und Angel, zwischen Kindern und Job oder wo auch immer sie sich befinden und genau wie Du, um Zeit ringen.