Du haderst immer noch mit dem „Wann-und-wie-soll-ich-denn-bitteschön-mit-meinem-Buchprojekt-starten-ich-habe-doch-jetzt-schon-so-wenig-Zeit“-Problem? Dann hat Dich Dein innerer Kritiker und die Uhrzeit fest im Griff. Das beste Mittel gegen das Abwägen von „habe-ich-nun-Zeit-zum-Schreiben-oder-nicht?“ lautet:

Schreiben! Schreiben! Schreiben!

Seit einigen Jahren praktiziere ich regelmäßig die wundervolle Technik der Morgenseiten von Julia Cameron. Vera Birkenbihl nannte es die Kläranlage des Geistes wieder andere nennen es Free oder wild writing. Morgens fließen also Wörter ohne Bewertung und Nachdenken aus mir heraus und füllen drei Seiten in meinem Notizbuch. Dieses Morgenritual ist für mich pure Achtsamkeit und Meditation, ein Ankommen im jeweiligen Tag, ein Zelebrieren des JETZT. Den Morgenseiten ist es egal, was Du schreibst, es geht vielmehr darum, in den Schreibflow zu kommen, in den Prozess des Schreibens. Meine Hand bewegt sich automatisch und ohne Absetzen des Stiftes über das herrlich weiße und mich erwartungsvoll anblickende Papier und mein blauer Füller, auf dem passenderweise das Yin-und-Yang-Zeichen abgebildet ist, fliegt leicht und fröhlich wie eine Blaumeise auf Futtersuche darüber hinweg. Ich schreibe meinen Kopf frei von allen Begrenzungen, die mich einengen und mich daran hindern loszufliegen!

Wichtig ist auch, eine tägliche Schreibroutine zu etablieren. Neurologen haben herausgefunden, dass man sich mit einer Sache mindestens 10.000 Stunden lang beschäftigen sollte, um zur wahren Meisterschaft zu gelangen. Disziplin lautet also die Devise, um in einen regelmäßigen Schreibflow zu kommen. Lass Dich nicht von den 10.000 Stunden entmutigen, wichtig ist, dass Du regelmäßig, am besten täglich zur selben Uhrzeit 10 bis 30 Minuten schreibst, das trainiert Deinen Schreibmuskel! Mach Dich frei von zeitlichen Einschränkungen und Schuldgefühlen: Lass auf keinen Fall die Uhrzeit der Bestimmer über Deine Schreiblust und Schreibfreude sein!

„Lass die Uhrzeit nicht Dein Bestimmer sein!“ @buchnotizen Klick um zu Tweeten

 

Schreibe ohne Perfektion

Die erste Rohfassung Deines Manuskripts z. B. – schreibe sie ohne Bewertung des Geschriebenen! Bastele Dir ein Buchcover, auch wenn Du noch nicht den perfekten Titel für Dein Werk gefunden hast! Durch das Tun kommen Dir weitere wichtige Impulse in den Sinn und Dein Kritiker wird damit erst einmal ruhig gestellt, denn er kann nicht an so vielen Fronten gegen Dich kämpfen. Lege für die Zeit des Schreibens einfach mal Deine Uhr ab und schreibe dort, wo es keine Uhren gibt!

Beginne mitten im Buch zu schreiben, so als hättest Du schon das Grundgerüst, Vorwort, Einleitung und das erste Kapitel vollendet. Und falls Dir vor lauter Nachdenken und Grübeln der erste und perfekte Satz partout nicht einfällt, dann schreibe doch JETZT einfach erst mal den zweiten Satz! Schreibe alles auf, was Du schon weißt, das kann auch schon mal „nur“ der Schluss sein. Möglicherweise fällt Dir der perfekte erste Satz ein, während Du den Schluss formulierst. Vertraue darauf, dass alle relevanten Impulse und wundervollen Sätze in mitten des Schreibprozesses zu Dir kommen werden. Die lineare Vorgehensweise, d.h. wir beginnen mit dem ersten Satz und schreiben Schritt für Schritt an unserem Roman, Sachbuch oder Ratgeber entspricht übrigens in keinster Weise der Funktionsweise unseres Gehirns. Wenn ich schreibe, dann wachsen meine Ideen nicht statisch und der Reihe nach, sondern oftmals entstehen beim Schreiben wichtige Impulse und Ideen. Ich notiere alles, was mir in den Sinn kommt, über die richtige Reihenfolge meines Textes kann ich mir später immer noch Gedanken machen. Und wer in der Mitte anfängt, der kann in zwei Richtungen schreiben ;-)!

„Wer in der Mitte anfängt, der kann in zwei Richtungen schreiben!“ @buchnotizen Klick um zu Tweeten

Ich liebe das Schreiben in der Natur oder beim Spazieren gehen, wenn ich so richtig den Kopf frei habe und den Geräuschen des Baches und des Waldes lauschen kann. Dann schaltet mein Gehirn auf Autopilot und ich möchte einfach nur sein. Ohne Zeitdruck, ohne To dos im Hinterkopf, völlig losgelöst von Raum und Zeit. Und schon fließen die ersten Ideen. Natürlich habe ich nicht immer mein Notizbuch dabei, aber mein Mobiltelefon. Darauf spreche ich dann, was mir so einfällt und hinterher schreibe ich es dann auf. Dies kannst Du übrigens auch bei wenig Zeit im Alltag machen.

Finde heraus, was Dich wann in den Flow bringt, entwickele Deine eigenen Schreib-Rituale, in denen Du Dich super wohl fühlst und in denen Deine Seele zu wahren Höhenflügen ansetzen kann. Notiere Dir einige Wohlfühl-Orte und –Zeiten, kaufe Dir einige herrliche, Dich zum Schreiben motivierende Notizbücher in Deinen Lieblingsfarben und mit Deinen Lieblingsmotiven oder bastele Dir diese aus Blanko-Notizheften oder Schulheften selbst. Dies hat den Vorteil, dass Du schon im kreativen Flow bist und beim Schreiben gleich wieder in diese schöpferische Schaffensenergie eintauchen kannst. Welche Düfte und Farben regen Deinen Geist an? Lege Dir verschiedene Schreib-Utensilien wie z. B. verschiedene Stifte in unterschiedlichen Farben, bunte Blätter etc. bereit. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denke und handle wie ein Kind, zeitlos und stets in Freude und wacher. Tu, was Dir im Moment gerade Spass macht und die Worte und Ideen werden nur so aus Dir heraussprudeln! Mach es wie die Kinder, sie sind von allem was sie tun absolut überzeugt, sie denken grenzenlos und sie leben und spielen im JETZT.

Lass Dich liebevoll und aus Deinem Herzen heraus inspirieren von allem, was Dich belebt!

 

Tina Müller, Bloggerin, inspirierende Motivatorin, warmherzige Impulsgeberin, leidenschaftliche Schreiberin, liebevolle Familienmanagerin
Webseite: www.buchnotizen.de
Facebook: https://www.facebook.com/buchnotizen.de/